Schwachsinniges Deutsch: Studierende, Zimmerfrau, -Innen

11.08.2009

Die Emanzipationsbewegung treibt in der deutschen Sprache ihre Blüten. So ließt man in einer Stellenanzeige ‘Zimmermann/-frau gesucht’, ‘Tag der Katzinnen und Kater’ steht in einer Zeitung und Texte mit ‘-Innen’ kann man weder lesen noch rezitieren. Das Unwort des Jahres ist “Studierende”, es sollte das unlesbare ‘Student/-innen’ ersetzen. Ein Magazin heißt “Studierendemagazin”, selbst an einer öffentlichen Tafel an der Universität steht “Restaurant für Studierende”. Jeder, der im Deutschunterricht aufgepasst hat, erkennt den grammatikalischen Unfug der sich hinter diesen Wortverstümmelungen verbirgt. Von Schönheit und Ästhetik der Sprache ganz zu schweigen.

Politisch korrekt möchte man natürlich heute sein, Frauen die für ihre Rechte kämpften möchte die Wirtschaft nicht auf die Füße treten. Das ist auch unsere Einstellung. Frauen gehören umworben, beschenkt, verwöhnt. Frauen hält man natürlich die Autotür auf, Frauen küsst man die Hand und Frauen lässt man generell den Vortritt. Männer verteilen Komplimente, schleppen die Mineralwasserflaschen ins Büro und ölen die Fahrräder. Frauen bringt man in Führungspositionen, da sie jedes Unternehmen mit Sachverstand führen. Männer setzt man in strategische Positionen ein. Für uns, dem LISA! Sprachreisenteam, in dem man mehr Frauen antrifft als Männer, hat der Geschlechterkampf keine Bedeutung. Dafür sind wir zu jung. Dennoch respektieren wir die Generation, die sich diese Normalität erkämpft hat. Wir haben heute beschlossen, die Wortverstümmelungen aus unseren Texten zu verbannen, auch wenn wir dadurch die ein oder andere Kundinn verprellen. Unsere Texte, wir geben uns mit der Gestaltung viel Mühe, richten sich immer an unsere Kundinnen und Kunden, an unsere Leserinnen und Leser, auch wenn das Wort männlich oder sächlich verwendet wird. Wir schreiben in Zukunft:

Studentin, die – weibliche Form

Student, der – männliche Form

Studenten, die – Plural (weibliche und männliche Form)

Die Abkürzung -/Innen streichen wir aus unseren Texten. Es werden immer Frauen und Männer zu gleichen Teilen angesprochen.

Das Wort “Studierende” erklären wir zum Unwort des Jahres.

Der Schweizer Verlag Ammann gibt auf – ein Verlust für Sprache und Kultur

11.08.2009

Der Züricher Verlag Ammann gibt auf: dem Alter und der Gesundheit wegen, der Unmöglichkeit wegen einen Nachfolger zu finden, der Resignation wegen vor Jugend- und seichter Internetkultur. Der Verlagsgründer Egon Ammann ist konsequent und verdient Hochachtung. Seine Handschrift ist nicht übertragbar. Das Alter und die gesundheitlichen Gründe sprechen für den geordneten Rückzug. Allerdings kann man sich als Verlag und Unternehmen auch nicht darauf hinausreden, dass junge Menschen nichts mehr leisten möchten. Sie machen es eben anders, so wie Egon Ammann und Marie Luise Flammersfeld ihren Stil seit vielen Jahren verwirklichten. Dass der Markt für “literarisch anspruchsvolle Innovation und Entdeckungen dramatisch jünger wurden” ist Unsinn. Durch die neuen Medien kommt nur an den Tag, was früher der breiten Masse verborgen blieb. Das Medium Internet ist für viele Verlage die große Möglichkeit ihre Programme erfolgreich zu etablieren.